Banker als Klimaretter ?
Ulli Hartung | 15 Februar, 2008 18:20
US-Amerikaner sind immer wieder für Überraschungen gut. Für gute wie schlechte. Doch heute soll es mal nicht um die Regierung George W. Bush gehen, auch nicht um den Friedensnobelpreisträger Al Gore.
Nein, die amerikanische Bankenszene sorgt für mein Erstaunen. So lese ich am 12. Februar auf der sonnenseite von Bigi Alt, dass sich drei der grössten US-Bankhäuser (Citygroup, Morgan Stanley und JP Morgan) darauf verständigt haben, die Auflagen bei der Kreditvergabe für Kraftwerksneubauten von den zu erwartenden CO2-Emissionen abhängig zu machen. Sprich, Kredite für fossile Dreckschleudern werden teurer, Kredite für solarthermische Kraftwerke unter der Sonne Nevadas oder für Windparks an den Küsten Kaliforniens werden damit günstiger.
Aber Hallo !
Dieser bemerkenswerte Schritt der US-Banker ist sicherlich kein Ausdruck ihrer Sorge um das Weltklima. Jeder Banker hat bei der Vergabe von Krediten und der Ermittlung der Kreditkonditionen ausschließlich die Risiken zu bewerten. Aber genau das ist der Punkt: Beim Rating-Prozess hat eine Bank insbesondere auch die Geschäftsprognose und die Zukunftsfähigkeit des Investments zu hinterfragen. Externe Risiken wie z.B. drohende Gesetzesänderungen, absehbare Umweltauflagen oder zu erwartende Preisexplosionen auf der Rohstoff-Beschaffungsseite muß der Banker berücksichtigen. Und da schaut´s bei den fossilen Uralt-Technologien ganz, ganz düster aus...
Nun haben es also auch die Banker bemerkt, wenngleich aus einer völlig anderen Perspektive: In fossile Kraftwerkstechnologie zu investieren IST ein riskantes Geschäft !
Zurück nach Deutschland. Bereits 2006 hat sich mit Norbert Walter, dem Chefvolkswirt der Deutschen Bank, einer der prominentesten Banker in gewohnt deutlicher Sprache zu Wort gemeldet: „Wer heute noch gegen Erneuerbare Energien ist, hat nicht alle Tassen im Schrank.“
Die auf Vermögensverwaltung und Anlageberatung spezialisierte Bank Sarasin & Cie AG untersuchte in ihrer letzten Studie „Solarenergie 2007 - Der Höhenflug der Solarindustrie hält an“ die aktuellen Marktverhältnisse und -aussichten im Bereich der Solarenergie. In ihrer bereits fünften und jährlich publizierte Studie kommen die Banker zu dem Schluss, dass Solarenergie bereits in 10 Jahren günstiger als konventionelle Energie sein wird !
Und gestern lese ich auf der sonnenseite ein Interview des deutschen Sparkassen-Magazins PROFIT mit Dr. Franz Alt. Nichts besonderes? Ich meine doch! In Wirtschaftskreisen wurden noch vor Kurzem Menschen wie Franz Alt eher als unbequeme Störenfriede wahrgenommen, die mit Ihren "weltfremden", spinnerten Öko-Ideen nur den Betrieb aufhalten und damit unseren Wohlstand gefährden...
Fazit: Die Finanzbranche hat längst begriffen, was sich (zu) vielen Politikern offenbar noch nicht mal im Ansatz erschlossen hat. Schön, dass sich etwas bewegt.
Kommentare
Re: Banker als Klimaretter ?
Kazelgdx | 14/03/2009, 10:13
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Re: Banker als Klimaretter ?
Kazelsnt | 14/03/2009, 10:13
Re: Banker als Klimaretter ?
Kazelutl | 14/03/2009, 10:14
Re: Banker als Klimaretter ?
Kazelqrt | 14/03/2009, 10:14
Re: Banker als Klimaretter ?
nolvadex online | 14/03/2009, 21:31

Kommentare (130538) | 
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oakfli | 22/09/2008, 16:42
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