Groe Windfarmen in Polen geplant

Die franzsische Firma Green Bear Corp. will bis 2012 ber 30 Windfarmen in Polen bauen.
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13.01.2008

Diese sollen eine Gesamtkapazität von knapp 1.400 MW erhalten und etwa 2 Mrd. Euro kosten. Polen strebt für alle Windfarmen des Landes für 2015 eine Gesamtkapazität von 2.600 MW an, was fast einer Verzehnfachung gegenüber dem derzeitigen Stand entspricht. Das Land bietet günstige Wetterverhältnisse für Windkraft. Weitere Investoren sind Endesa, RWE, Mitsui, Green Power, BOT GiE und andere.

Die Windfarmen errichtet Green Bear Corp. im Nordwesten Polens an der Küste und im Süden des Landes. Der Großteil des zu investierenden Betrages von schätzungsweise 2 Mrd. Euro soll durch die Aufnahme von Krediten generiert werden. Die bis Ende 2012 zu errichtenden Windkraftanlagen werden eine Gesamtkapazität von 1.379 MW haben; die ersten Turbinen sollen 2009 ans Netz gehen. Green Bear will die Anlagen auch selbst betreiben. Die Gesellschaft gehört zur Orco Holding, einer Schwester der in Luxemburg ansässigen Orco Property Group, die in Zentral- und Osteuropa im Bereich Immobilien engagiert ist.

Der Bereich der Windkraft hat noch großes Wachstumspotenzial in Polen. Günstige Wetterverhältnisse, eine Voraussetzung für die Errichtung von Windfarmen, sind vorhanden, wie das Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft, Instytut Meteorologii i Gospodarki Wodnej, feststellt. Außerdem sind laut Green Bear das geltende Energierecht und öffentliche Zuschüsse solchen Investitionen förderlich, die 150 bis 200 Zl pro 1.000 kWh betragen. Bisher verfügt das Land nur über 280 MW Kapazität. Windkraft deckt erst 0,16% der Energieversorgung ab; auf erneuerbare Energien insgesamt entfiel 2005 laut dem Hauptstatistikamt GUS ein Anteil von 5,9% (neuste Angabe).

Bis 2020 ist dieser Anteil laut den EU-Vorgaben auf 20% zu erhöhen; das polnische Wirtschaftsministerium will bis 2010 einen Anteil von 10% erreichen. Die Gesamtkapazität der Windfarmen in Polen soll laut Schätzungen der Regulierungsbehörde für den Energiesektor, Urzad Regulacji Energetyki (URE), bis 2015 auf etwa 2.600 MW steigen. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der Windkraft an den erneuerbaren Energien auf 14% ansteigen. Zur Verwirklichung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien stehen Polen auch gut 1,5 Mrd. Euro aus den EU-Programmen zur Entwicklung von Infrastruktur und Umwelt sowie ländlichen Gebieten zur Verfügung.

Die größten bestehenden Windkraft-Anlagen befinden sich in Tymien mit einer Kapazität von 50 MW und Kisielice mit 40,5 MW. In Jagniatkowo sind 30,6 MW installiert, in Kamiensk und Zagorze je 30 MW, in Puck 22 MW und in Cisowo 18 MW. Green Bear besitzt bereits eine Windkraftkapazität von 10,8 MW in Lisewo bei Wejherowo. Die Gesellschaft hatte den Windpark 2007 für über 16 Mio. Euro dem Betreiber EuroWind abgekauft. Der Ort Barzowice schließlich verfügt über 5,1 MW. Unter den Standorten dominiert Westpommern vor Pommern, Ermland-Masuren und der Wojewodschaft Lodz.

Neben Green Bear wollen weitere in- und ausländische Investoren von diesem Geschäft profitieren. Die Gesellschaft ISD Polska, die mehrheitlich dem ukrainischen Industrieverbund Industrialny Sojus Donbasu gehört, übernimmt die Danziger Werft und will dabei auch 200 Mio. Zl (rund 55 Mio. Euro, 1 Euro = 3,62 Zl) in die Produktion von Masten für Windenergieanlagen investieren. Die zur japanischen Green Power Investment Group gehörende Gesellschaft Green Power Polska kündigte den Bau eines Windparks mit 104 Turbinen mit einer Kapazität von je 2,3 MW an. Das Gesamtvermögen von 240 MW soll ab 2009 die Stromnetze speisen.

Mitsui, ein weiteres japanisches Unternehmen errichtet zusammen mit J. Power (Japan) in Zajaczkowo bei Szczecin (Stettin) für rund 70 Mio. Euro eine Windfarm mit 24 Turbinen, die eine Gesamtkapazität von 48 MW haben werden. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2008 vorgesehen. Zwei Gesellschaften, die gemeinsam vom deutschen RWE-Konzern und der polnischen Firma Polish Energy Partners gegründet wurden, errichten bei Suwalki (Suwalken) und Tychowo zwei Windfarmen mit einer Gesamtkapazität von 74 MW.

Die Gesellschaft PS Wind Management mit US-amerikanischem und britischem Kapital investiert in Slupsk (Stolp) und Ustka (Stolpmünde) 350 Mio. Euro in eine große Windfarm mit 180 Turbinen und einer Gesamtkapazität von 240 MW. Die ersten dieser Produkte von General Electric sollen im Herbst 2008 aufgestellt werden. In der gleichen Gegend errichtet auch die deutsche Gesellschaft CB Windenergy Slupsk 104 Turbinen mit einer Kraft von je 2,3 MW.

Der führende inländische Stromproduzent Belchatow-Opole-Turow Gornictwo i Energetyka S.A. (BOT GiE S.A.) aus Lodz (Lodsch) baut für rund 5,1 Mrd. Zl als Neuheit für Polen drei Windfarmen in der Ostsee. Diese drei gleich großen Parks sollen zusammen eine Kapazität 900 MW erhalten. Die für erneuerbare Energien zuständige Abteilung von Energias de Portugal, Neo, erwarb für 54 Mio. Euro die Gesellschaft Relax Wind Parks und sprach gleichzeitig Polen das größte Wachstumspotenzial aller Länder der Region zu.




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