RWE holt Fritz Vahrenholt

Vahrenholt verlsst zum Jahresende Repower. Und ist dann frei fr RWE.
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04.11.2007

Der Mann kann sich auch ärgern. Vor einem Jahr saß Fritz Vahrenholt neben mir auf dem Podium der Weltwindkonferenz in New Dehli. Als ein chinesischer Windradbauer stolz den Weltwindenergie-Preis entgegennahm, brummte Vahrenholt: „Jetzt bekommt dieser Chinese noch einen Preis dafür, dass er meine Windräder komplett abgekupfert hat.“

Den Weltwindenergie-Preis bekam Fritz Vahrenholt auch in diesem Jahr nicht, aber stattdessen wird er nun Vorstand beim zweitgrößten deutschen Energieriesen RWE. RWE heißt übrigens immer noch Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke und nicht „Räuber, Wegelagerer und Erpresser“ wie einige enttäuschte Kunden von RWE boshafterweise behaupten.
 
In wenigen Jahren hat Fritz Vahrenholt, bisher Chef von Repower, aus dem mittelständischen Windrad-Unternehmen einen milliardenschweren Global Player gemacht, um dessen Übernahme sich vor kurzem noch der weltgrößte Atomkonzern Areva aus Frankreich und der indische Windmühlenbauer Suzlon eine Übernahmeschlacht lieferten.

Suzlon hat diesen Kampf gewonnen, sich damit in den schnell wachsenden europäischen Windmarkt eingekauft und sich auch den Zugriff zu Produkten von Höchstleistungsmaschinen verschafft, hauptsächlich im Offshore-Bereich bis zu sechs Megawatt-Maschinen. Solche Windräder produzieren Strom für 20.000 Menschen.

 
Vahrenholt verlässt zum Jahresende Repower - und ist dann frei für RWE
Mit einer PR-Offensive kündigt RWE zur Zeit in allen großen Medien an, einen „Energiepakt für Deutschland“ zu schmieden, in dem Erneuerbare Energien eine zentrale Rolle spielen sollen. Zu solchen Plänen passt der neue Vorstand Fritz Vahrenholt wie bestellt.

Der Energieberater von Gerhard Schröder, früher Umweltsenator in Hamburg, später Shell-Vorstand, SPD-Mitglied und Bestseller-Autor („Seveso ist überall“), Atomstromfreund und erfolgreicher Ökomanager soll als neuer RWE-Vorstand den Erneuerbaren  Energien beim zweitgrößten deutschen Energieversorger ein Gesicht geben.
 
Der redegewandte und talkshowerfahrene Vahrenholt wird die Erneuerbaren weiter vorantreiben. In der neuesten RWE-Werbung heißt es: „Die Nutzung regenerativer Energie hat bei RWE eine große Zukunft“. Mit Milliarden-Investitionen sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Erneuerbaren vervierfacht werden – schon in fünf Jahren.




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