Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung

Nicht nur im Endspurt des hessischen Landtagswahlkampfes, sondern auch im beginnenden bayerischen Kommunalwahlkampf geht es in diesen Wochen um die knftige Energieversorgung. Die Bundeskanzlerin sagt: Die Energie- und Klimafrage ist die berlebensfrage der Menschheit.
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27.01.2008

In Hessen hat Roland Kochs Herausforderin Andrea Ypsilanti mit dem inzwischen populären Thema Erneuerbare Energien gepunktet. In Kalifornien hatte schon vor zwei Jahren Arnold Schwarzenegger mit genau diesem Thema seine Wiederwahl geschafft. Und plötzlich spielt das Thema auch im bayerischen Kommunalwahlkampf eine Rolle.
 
Immer mehr Menschen verstehen die Zusammenhänge zwischen eigenem Energieverhalten und dem Klimawandel. Erdöl, Kohle, Erdgas und Uran gehen viel schneller zu Ende als die meisten denken und werden deshalb auch immer teurer. Die Konflikte um die restlichen Reserven verschärfen sich von Jahr zu Jahr: Irak-Krieg, Iran-Krise, Sudan-Bürgerkrieg sind nur die Vorboten künftiger Konflikte um die letzten Ressourcen, wenn wir nicht in den nächsten Jahrzehnten zu 100 % auf Erneuerbare Energien umsteigen.
 

Dieser Umstieg ist möglich
Das hat der Erfolg des deutschen Erneuerbaren-Energie-Gesetzes bewiesen. Seit dem Jahr 2000 wurden jedes Jahr 3.000 Megawatt Erneuerbare Energie zusätzlich installiert. Über 200.000 Arbeitsplätze sind dabei entstanden. In 46 Ländern wurde dieses deutsche Gesetz bisher übernommen – auch in China und Indien.
 
Schon kurzfristig können Atomkraftwerke ersetzt werden, mittelfristig können wir Kohlekraftwerke auslaufen lassen und langfristig ist die 100-prozentige solare Energiewende möglich. Sonnenenergie, Windkraft, Bioenergie, Geothermie, Meeresenergie und Wasserkraft, kombiniert mit kommunalen Bioabfällen können uns für alle Zeit mit sämtlicher Energie versorgen, die wir brauchen. Öl geht zu Ende, aber die Sonne scheint noch etwa fünf Milliarden Jahre und schickt uns jeden Augenblick 15.000 mal mehr Energie wie zur zeit alle Menschen verbrauchen.
 
Eine kluge Politik kann Standorte für Windräder ausweisen, Energie-Genossenschaften von Landwirten fördern sowie die energetische Gebäudesanierung unterstützen, damit viel unnötige Heizenergie von vornherein eingespart werden kann.
 
Um mit gutem Beispiel voranzugehen, sollten alle landeseigenen und kommunalen Gebäude energetisch saniert, auf Erneuerbare Energien umgestellt und der öffentliche Fahrzeugpark  auf Biosprit und Elektroautos umgerüstet werden. So könnten Hessen, Bayern und Deutschland wirklich Vorreiter für Klimaschutz in Europa werden und zum industriellen Standort für Zukunftstechnologien. In den nächsten 25 Jahren könnten so – nach Berechnungen der EU – eine Million neue Arbeitsplätze entstehen. Worauf warten wir noch?

Der große ökonomische Vorteil der künftigen ökologischen Energieversorgung: Sonne, Wind, Wasserkraft und Erdwärme schicken uns keine Rechnung.
 
Die Natur schenkt uns alles, was wir brauchen.
Quelle:
Franz Alt 2008




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