Conergy AG sichert Finanzierung fr Turnaround und weiteres Wachstum

Mit Hilfe eines Bankenkonsortiums konnte sich die Hamburger Conergy AG die Anschlussfinanzierung sichern. In einer Pressemitteilung informiert das Solarunternehmen darber, dass die Commerzbank AG sowie die Dresdner Kleinwort zustzliche Liquiditt in Hhe von 240 Millionen Euro gewhren.
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06.02.2008

Die Conergy AG beabsichtigt, die zusätzlichen finanziellen Mittel im Wesentlichen für notwendige Investitionen, die frühzeitige Materialsicherung auch für die Solarfabrik in Frankfurt (Oder) und für Vorfinanzierungen von Projekten der Tochtergesellschaft EPURON GmbH, Hamburg, einzusetzen.

Darüber hinaus wurden die „Financial Covenants“ für das Geschäftsjahr 2008 ausgesetzt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Zuvor hatte eine renommierte, international tätige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die vom Vorstand eingeleitete Neuausrichtung des Hamburger Solarkonzerns in einer vorläufigen Stellungnahme zum Sanierungsgutachten positiv bewertet. Die im November 2007 gewährte und bis Ende Februar zur Verfügung gestellte Kreditlinie in Höhe von 30 Millionen Euro habe Conergy nicht in Anspruch genommen; diese sei in der gewährten Zwischenfinanzierung in Höhe von 240 Millionen Euro enthalten.

Conergy CEO und Mitgründer Dieter Ammer dazu: „Wir haben damit unsere Finanzierung einen Monat vor Plan unter Dach und Fach. Wir sind auf dem richtigen Weg und freuen uns sehr, dass auch unsere Banken den Turnaround und unseren Wachstumskurs unterstützen. Mit diesen zusätzlichen Mitteln verfügen wir über ausreichende Handlungsspielräume. Gleichzeitig sehen wir uns in der bereits eingeleiteten Neuausrichtung zum fokussierten Solarstromkonzern bestätigt. Seit Dezember setzen wir unseren Maßnahmenplan konsequent um, mit dem wir Conergy wieder auf profitable Wege lenken.“

Die Rückführung der Zwischenfinanzierung soll in erster Linie über die Durchführung einer Kapitalerhöhung im Laufe des Jahres 2008 in Höhe von zirka 250 Millionen Euro erfolgen. Weiterhin sollen zur Liquiditätsverbesserung auch eine Reduzierung des Working Capitals sowie Erlöse aus dem Verkauf von zur Abgabe definierter Geschäftsbereiche (Discontinued Operations) beitragen. Das Gesamtvolumen der Kapitalerhöhung wird von der Dresdner Kleinwort unter banküblichen Vorbehalten garantiert. Dritte Parteien hätten bereits am 5. Februar 2008 davon 50 Prozent durch Festbezugs- bzw. Übernahmeerklärungen abgesichert. Die Einzelheiten zur Durchführung der Kapitalerhöhung stünden derzeit noch nicht fest, sie würden zeitnah zur Durchführung der Kapitalerhöhung festgelegt, so die Conergy AG.

Bei der Rekapitalisierung des Unternehmens haben die Alt- und Großaktionäre einen erheblichen Beitrag geleistet und weiteren Beitrag zugesagt. Dies unterstreicet erneut das Vertrauen der Altaktionäre in die Zukunft des Unternehmens, heißt es in der Pressemitteilung. Herr Otto Happel werde sich allein mit 25 Prozent an der geplanten Kapitalerhöhung beteiligen, nachdem er die Neuaufstellung des Unternehmens bereits in den letzten Monaten unterstützt und sein weiteres Engagement auch für die Zukunft zugesagt hat. Mehrere große Investoren hätten ebenfalls ihr Interesse an der Teilnahme an der Kapitalerhöhung bekundet.

Die strategische Neuausrichtung der Conergy AG auf das wachstums- und ertragsstarke Solarstromgeschäft läuft Unternehmensangaben zufolge plangemäß. Zur Neuausrichtung gehört die Konzentration auf die Fotovoltaik, sowohl in der Herstellung als auch in der Systemintegration, auf margenstarke Geschäfte sowie auf schlanke, effiziente Prozesse und Strukturen. Zum 1. Januar 2008 hat der Vorstand eine Zentralfunktion und drei eigenständig operierende Sparten eingeführt. Auch die Trennung von nicht-strategischen Aktivitäten (wie zum Beispiel die Produktion von Wärmepumpen, Biogasaktivitäten, Solarthermie-Kollektoren) werde derzeit vorangetrieben und bis voraussichtlich Mitte des Jahres abgeschlossen, heißt es in der Pressemitteilung.

Mit der Fokussierung auf die Fotovoltaik, der Sicherung der Liquidität, der Sicherung der Materialversorgung und mit der Bestellung des neuen Managements seien die strategischen und operativen Probleme ausgeräumt worden, die zu dem Liquiditätsengpass geführt hatten, so die Conergy weiter. Erste Fortschritte sind nach Angaben der Conergy hier bereits ersichtlich: So hätten sich die Vorräte in den letzen zehn Wochen um zirka 36 Millionen Euro cash-wirksam reduziert. Die Aufgabe, das Working Capital zu verringern, werde sich auch in 2008 fortsetzen. Auch der eingeleitete Personalabbau von zirka 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern laufe plangemäß. Im Zusammenhang mit den Kostensenkungsmaßnahmen sei der Vorstand ebenfalls dabei, wesentlich schlankere Strukturen der Zentralbereiche zu realisieren.

Währenddessen hätte man auch eine Reihe operativer Erfolge verbucht: In Australien ging die Conergy Tochter Epuron mit Macquarie Capital eine strategische Partnerschaft zur Planung eines 1.000 MW Großprojekts mit einem Investitionsvolumen von voraussichtlich etwa 2 Milliarden Australischen Dollars ein. In den USA installierte die Conergy Tochter SunTechnics die größte Solaranlage der US Armee auf dem Gelände der Fort Carson Army Base, Colorado.

Mit Frankfurt (Oder) verfügt die Gesellschaft über eine der weltweit modernsten Solarzellen- und Modulfertigungen. Eine große deutsche Prüfgesellschaft unterzog die neue Zell- und Modulproduktion einer ersten Inspektion und zeigte sich in ihrem Bericht nach Angaben der Conergy überzeugt von der „extrem automatisierten und modernen Fertigung“. Durch die Sicherung der in diesem Jahr anlaufenden langfristigen Materialversorgung werde die Fabrik in der zweiten Jahreshälfte 2008 teil- und ab Juli 2009 vollausgelastet arbeiten. Dadurch wird ein wesentlicher Ergebnisbeitrag erwartet.

Der Conergy Konzern veröffentlichte mit der Pressemitteilung auch die vorläufigen Geschäftszahlen für 2007: Demnach hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2007 vor bilanziellen Anpassungen und mit der alten Struktur einen Umsatz in Höhe von 845 Millionen Euro (2006: 752 Millionen Euro) erzielt. Für das Geschäftsjahr 2007 änderte der Vorstand jedoch seine Bilanzierungsmethode für fortzuführende Großprojekte. Dies führte zu einer Verschiebung von Umsätzen in spätere Berichtszeiträume. Gleichsam schlug sich auch die Bereinigung um nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations) in der neuen Bilanzierung nieder. Unter Berücksichtigung dieser Anpassungen liegt der vorläufige Umsatz des Geschäftsjahres 2007 bei 712 Millionen Euro (2006: 682 Millionen Euro).

Auch 2008 werde noch vom Turnaround geprägt sein, so das Unternehmen. Für das fortgeführte Geschäft erwartet der Vorstand der Conergy AG einen Umsatzzuwachs auf deutlich über 1 Milliarde Euro Auch plant der Vorstand eine deutliche Verbesserung des Rohertrags und eine substanzielle Verbesserung des EBITDA. Vor Sondereffekten zielt der Vorstand auf ein ausgeglichenes EBITDA.

Im Zusammenhang mit der jetzt vorgenommenen Refinanzierung hat das Unternehmen auch 2008 hohe einmalige Beratungs- und Finanzierungskosten zu tragen. Ohne Berücksichtigung dieser und anderer Sonder- und Einmaleffekte, jedoch nach Abschreibungen und Finanzierungsaufwand, geht der Vorstand daher noch einmal von einem erheblichen zweistelligen negativen Ergebnis (EBT) aus.

Für das fortgeführte Geschäft 2009 plane der Vorstand weiter deutlich steigende Umsätze und ein im gut zweistelligen Millionenbereich positives, operatives Ergebnis (EBIT). Ab dem zweiten Halbjahr 2009 strebe das Unternehmen gute branchenübliche Renditen mit einer Vollauslastung der Solarfabrik in Frankfurt (Oder) an.

Quelle: Conergy AG




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