Peak Oil - der Wendepunkt liegt bereits hinter uns

Die Energy Watch Group nennt als Peak der weltweiten lfrderung das Jahr 2006. Jrg Schindler: "Bis 2030 wird sich die lproduktion halbieren!"
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11.12.2007

Unter dem Titel "Crude Oil - The Supply Outlook" präsentierte kürzlich die Energy Watch Group (EWG) - eine Plattform von regierungs- und unternehmensunabhängigen Wissenschaftern - einen Bericht zur künftigen Verfügbarkeit von Erdöl.

Bei der Pressekonferenz des Österreichischen Biomasse-Verbandes sorgte Jörg Schindler, neben Dr. Werner Zittel einer der beiden Studienautoren, mit der Aussage für Aufsehen, dass die globale Ölförderung bereits im Jahr 2006 ihren Höhepunkt überschritten hat. Jörg Schindler warnte zudem eindringlich: "Das Problem liegt im rapiden Rückgang der Fördermengen. Die entstehende Förderlücke kann weder aus fossilen oder atomaren noch aus erneuerbaren Energiequellen in dieser Geschwindigkeit wieder geschlossen werden."


Weitere besorgniserregende Ergebnisse der Studie
Die weltweitenÖlreserven sind vermutlich um 25 Prozent zu hoch angesetzt. Bis 2030 wird sich die jährliche Ölproduktion etwa halbieren. Diese Ergebnisse stehen in dramatischem Gegensatz zu den Projektionen der Internationalen Energie Agentur (IEA), die in ihren Strategiepapieren die Notwendigkeit zu einem derartig grundlegenden Wandel in der Energieversorgung in naher und weiter Zukunft heftig dementiert. Mit dieser "business as usual"-Haltung verhindere die Internationale Energie Agentur in ihrer Funktion als Beratungsinstanz für Regierungen und Volkswirtschaften einen rechtzeitigen Umbau unserer Wirtschafts- und Energiesysteme auf postfossile, erneuerbare Technologien, so Schindler.

Weitere Studien der Energy Watch Group zur künftigen Verfügbarkeit von Kohle und Uran zeigen ebenfalls die künftigen Grenzen auf. Eine entsprechende Studie zu Gas ist in Vorbereitung und wird zeigen, dass der Peak der weltweiten Gasförderung ebenfalls in absehbarer Zukunft erreicht sein wird. Regionale Engpässe der Gasversorgung in Nordamerika und Europa werden sich schon sehr viel früher zeigen.

Zusammengefasstes Ergebnis dieser Analysen ist, dass das zurückgehende Ölangebot nicht durch eine entsprechende Ausweitung anderer fossiler Energiequellen ausgeglichen werden kann. Die Welt steht vor tief greifenden Umbrüchen, deren Auswirkungen sich insbesondere im Transportbereich zeigen werden. Eine Verknappung und Verteuerung von Kraftstoffen für alle Verkehrsträger ist unabwendbar und wird mittel- und langfristig zu einem veränderten Mobilitätsverhalten und zu einer veränderten internationalen Arbeitsteilung führen müssen.

Erhöhte Energiepreise in Verbindung mit einem reduzierten Angebot werden zu einer Erhöhung des Raumwiderstandes führen. Der Nahbereich wird an Bedeutung gewinnen, die Ferne wird an Bedeutung abnehmen - es wird sich eine neue Balance zwischen Nähe und Ferne einstellen. Energie effizienter nutzen und die forcierte Einführung von erneuerbaren Energien sind zwangsläufige Folgen des zurückgehenden Angebots an Erdöl. Darin liegt auch eine Chance, sowohl für das Klima wie auch für die Wirtschaft.




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