Rettenbach am Auerberg ist wieder deutscher Solarmeister

Während sich die Fußballteams zur Europameisterschaft noch warm laufen, hat sich die Meisterschaft in der Solarbundesliga entschieden.
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14.06.2008

1221 Kommunen und darüber hinaus 676 Dörfer sowie Ortsteile traten in der Saison 2007/2008 an, um zu ermitteln, welche Gemeinde nach den Liga-Regeln die meisten Punkte erzielen konnte.

„Die Allgäuer Gemeinde Rettenbach am Auerberg, der Rekordmeister, hat am Schluss den Wettkampf mit 991 Punkten klar für sich entschieden“, verkündet Solarthemen-Redakteur Andreas Witt, einer der Organisatoren der Solarbundesliga, das „amtliche Endergebnis“.

Die Gemeinde Rettenbach am Auerberg, staatlich anerkannter Erholungsort (831 m.ü.M) mit knapp 800 Einwohnern mit den Ortsteilen Birkenberg, Frankau sowie Ober- und Unterlöchlers und den Einödhöfen Weichberg und Rupprechts, steht auf gesunden wirtschaftlichen Beinen, getragen von Landwirtschaft, Fremdenverkehr und Gewerbe. Seit der wiedergewonnenen Selbständigkeit hat sich viel im Ort verändert. So wurde ein großes und ein kleineres Gewerbegebiet ausgewiesen. Mehrere Baugebiete, die weitgehend verkauft und bebaut sind, haben das Ortsbild stark verändert und auf Wachstum gestellt. Es wurde ein Gemeindehaus gebaut, in dem das Rathaus im Erdgeschoss sowie kirchliche Räume im Untergeschoss und ein Proberaum für die Musikkapelle mit Nebenräumen im Obergeschoss untergebracht sind.

Ein Blockheizkraftwerk versorgt dieses Gemeinschaftshaus und den 1999 errichteten zweigruppigen Kindergarten mit Turnraum mit Strom und Wärme. Der überschüssige Strom wird ebenso wie der Strom der auf dem Dach des Gemeinschaftshauses befindlichen Photovoltaikanlage in das Netz eingespeist. Mehrere große private Sonnenkraftwerke sowie viele kleinere stehen dafür, dass Rettenbach das Solardorf in Bayern ist. So versucht die Gemeinde, sich für alternative Energie einzusetzen, die Agenda 21 konsequent umzusetzen.

Allerdings sei es während der Saison knapp gewesen, so Witt: „Erstmals lag einige Wochen eine Kommune aus Schleswig-Holstein vorn: Frestedt.“ Dieser Ort kam jetzt mit 846 Punkte auf den 2. Platz. Dritter wurde das bayerische Gollhofen (829 Punkte).

„Die Dominanz der Bayern in dieser Liga gerät ins Wanken“, beschreibt Robert Spreter von der Deutschen Umwelthilfe einen Trend. In diesem Jahr liegen drei Kommunen aus Schleswig-Holstein in der Disziplin Solarstrom vorn.

„Kaiser-Wilhelm-Koog, Frestedt und Kronprinzenkoog – das ist unser neues Stürmertrio für Solarstrom. Sie zeigen, dass sich mit der Sonne auch im Norden hervorragend Energie gewinnen lässt,“ so Witt.


Solarbundesliga - Endstand Saison 2007/08
Platz      Pkte          Ort                                    Bundesland
1             991         Rettenbach am Auerberg     Bayern
2             846         Frestedt                             Schleswig-Holstein
3             829         Gollhofen                           Bayern
4             814         Ingenried                           Bayern
5             719         Kronprinzenkoog                 Schleswig-Holstein
6             717         Kaiser-Wilhelm-Koog           Schleswig-Holstein
7             690         Niederbergkirchen               Bayern
8             642         Kastl                                  Bayern
9             622         Schalkham                         Bayern
10           613         Heckhuscheid                      Rheinland-Pfalz


Solarwärme
Platz     Ort
1          Schalkham
2          Schwerbach
3          Breit

Großstädte
Platz     Ort
1            Ulm
2            Ingolstadt
3            Freiburg

Alle Ergebnisse zur Solarbundesliga finden sie hier
Quelle:
Solarbundesliga 2008
Solarthemen 2008




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