Die Lehre von Asse: Es gibt kein atomares Endlager

Nach allem, was wir heute wissen, kann es niemals ein atomares Endlager geben, das diesen Namen auch verdient.
Kategorie:
27.06.2008

Die Pannen und Schlampereien im Versuchsendlager Asse beweisen dieses Faktum erneut. 116.000 Atommüllfässer lagern im früheren Salzbergwerk Asse – mit leicht verstrahltem Material. Sowohl in Asse wie auch im Versuchsendlager Morsfelden  in der alten DDR ist aber gefährliche Lauge eingesickert. Sichere Endlager – sichere AKWs?

Die Bilder, die in diesen Tage von Asse bekannt wurden, erinnern an einen Schrottplatz: Doch der Inhalt der Fässer ist nicht irgendeine Abfall, sondern radioaktiver Müll.

Die beiden bisherigen deutschen Versuche, Atommüll endzulagern, sind gescheitert. Aber je länger AKWs laufen, desto mehr Müll fällt an. Das Problem mit dem Atommüll ist nicht nur ein deutsches, sondern ein Problem für alle Länder, die Atomkraftwerke betreiben. Es gibt bis heute weltweit kein einziges atomares Endlager.

Die Pannen-Meldungen von Asse und der gegenüber den gesetzlichen Grenzwerten siebenfachen radioaktiven Verstrahlung fallen zeitlich zusammen mit den neuen Atomträumereien der CDU. Die Christlichen Demokraten wollen im Wahlkampf 2009 unbedingt für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke werben und sich als Atompartei beweisen.

Ein attraktiveres Wahlkampf-Geschenk hätten Angela Merkel und ihr Generalsekretär Pofalla ihren politischen Gegnern in der SPD, bei den Grünen und Linken nicht machen können. Denn 22 Jahre nach Tschernobyl sind die meisten Deutschen gegen Atomenergie, denn sie wissen, dass wir preiswertere und sichere Alternativen haben.

Es ist in jedem Fall unverantwortlich, auf Atomkraft zu setzen, solange der endgültige Verbleib von Atommüll nicht geklärt ist und jedes AKW jeden Tag ein potentielles Angriffsziel von Terroristen mit katastrophalen Folgen sein kann. Wir wissen nur eins: Atommüll strahlt mehr als 100.000 Jahre. Künftige Generationen werden uns verfluchen. Angela Merkel wurde von ihrem politischen Instinkt verlassen.
Quelle:
Franz Alt 2008




« zurück

Drucken Seite drucken