Entsorgung von Atommüll

Eine überwältigende Mehrheit der EU-Bürger verlangt ein europaweites Konzept und Anlagen für die Entsorgung von Atommüll.
Kategorie:
04.07.2008

Dies ist die Kernaussage der aktuellen Eurobarometer-Erhebung über radioaktive Abfälle. Die Umfrage befasst sich mit der Einstellung der europäischen Bürger gegenüber der Sicherheit bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle sowie ihrem Kenntnisstand zu diesem Thema.

Der Umgang mit radioaktiven Abfällen ist ein entscheidender Aspekt für die Akzeptanz der Kernenergie. Vier von zehn Gegnern der Kernenergie würden ihre Meinung ändern, wenn es eine sichere, dauerhafte Lösung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle gäbe.

Nahezu neun von zehn Befragten vertreten die Auffassung, dass jeder EU-Mitgliedstaat einen Entsorgungsplan für radioaktive Abfälle mit einem eigenen festen Zeitplan aufstellen sollte. Eine ähnliche Anzahl wünscht sich, dass die Europäische Union diese Situation überwacht und dafür sorgt, dass in allen Mitgliedstaaten gleiche Vorgaben gelten.

Informationen darüber, wie radioaktive Abfälle entsorgt werden, werden vor allem dann als zuverlässig angesehen, wenn sie aus unabhängigen Quellen stammen – etwa von Wissenschaftlern oder von nicht staatlichen Organisationen. Darüber hinaus haben die Europäer eine proaktive Einstellung gegenüber der Entscheidungsfindung. Die meisten EU-Bürger würden es vorziehen, direkt konsultiert zu werden und am Entscheidungsprozess mitzuwirken, falls in ihrer näheren Umgebung ein unterirdisches Endlager gebaut würde.

Der Erhebung von 2008 zufolge ist die Unterstützung der Kernenergie in der Europäischen Union seit 2005 gewachsen. Der Zuspruch ist in den Ländern am höchsten, in denen Kernkraftwerke in Betrieb sind und in denen sich die Bürger über die Fragen im Zusammenhang mit radioaktiven Abfällen als gut informiert betrachten. Fast zwei Drittel der EU-Bürger erkennen inzwischen an, dass die Kernenergie entscheidende Vorteile hat, wie die Diversifizierung der Energiequellen, die Abnahme der Abhängigkeit vom Erdöl und die Verringerung der Treibhausgasemissionen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier


"Die soeben veröffentlichten Ergebnisse der EUROBAROMETER-Umfrage müssen für die EU-Kommission eine herbe Enttäuschung sein: Es gibt - trotz massiver und unverblümter Propaganda für die Atomenergie durch die EU-Kommission - keine Mehrheit für die Nutzung der Atomenergie!", so die Vertreter von atomstopp_oberoesterreich in einer ersten Reaktion.

"Wenn die Autoren der EUROBAROMETER-Umfrage zur 'Einstellung zu radioaktiven Abfällen' schreiben, dass die Unterstützung für die Energieproduktion durch Kernkraftwerke seit Winter 2005 deutlich zugenommen hat, kann man sich leicht ausrechnen, dass die Werbemaßnahmen gewirkt haben. Aber gewiss nicht in dem Ausmaß, wie sich das die EU-Kommission wünscht: 45% der EuropäerInnen lehnen die Atomenergie nämlich ab!", so atomstopp_oberoesterreich abschließend.




« zurück

Drucken Seite drucken