US-Behörde hebt Baustopp für Solarparks auf

Studie über Umweltbelastung von Photovoltaik-Anlagen wird in Auftrag geben.
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07.07.2008

Das US-amerikanische Bureau of Land Management (BLM) hat nach nur einem Monat seinen für sechs westliche Bundesstaaten verhängten Baustopp für Solaranlagen wieder zurückgenommen. Grund für die Aussetzung der Lizenzerteilung waren Bedenken des BLM bezüglich der Umweltverträglichkeit dieser Anlagen.

"Ich kann mir kaum Gründe vorstellen, welche ökologischen Schäden derartige Anlagen anrichten können", erklärt Gerald Gruber, Experte für Photovoltaik bei der Ökostrom-AG. Problematisch sei höchstes, dass wie bei allen Bauwerken auch hier Fundamente gelegt werden müssen und es damit zur Bodenversiegelung kommt. Zudem sei die Nutzung von Flächen, auf denen Solaranlagen errichtet werden, für 25-30 Jahre vorbestimmt. Denn so lange ist die durchschnittliche Nutzungsdauer.

Das Verbot galt für die Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Colorado, Nevada, New Mexico und Utah. Aufgrund der dort überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden sind diese Bundesstaaten besonders beliebt bei der Solarindustrie. Seit 2005 wurden über 130 Anträge auf Errichtung von Photovoltaik-Anlagen beim BLM gestellt. Dabei sollte eine Fläche von 4.460 Quadratkilometer, was etwa der fünffachen Größe von Berlin entspricht, bebaut und Strom für 20 Mio. Haushalte produziert werden. Nach dem aktuellen Rückzieher erklärt das BLM, dass alle bisher aufgelaufenen Anträge nun zügig behandelt würden und man wieder neue annehme. "Trotz der Aufhebung des Verbotes werden wir weiterhin die Auswirkungen derartiger Solarparks erforschen und eine umfassende Studie in Auftrag geben", erklärt BLM-Direktor James Caswell.

Wie die New York Times berichtet, sei die Entscheidung des BLM erst auf massiven Druck aus der Politik zu Stande gekommen. So haben sich mehrere Mitglieder des Kongresses und des Repräsentantenhauses öffentlich höchst kritisch zu der Aussetzung des Genehmigungsverfahrens geäußert. "Diese Entscheidung ist richtig und notwendig. Denn sie hilft unserem Land unabhängiger von fossilen Rohstoffen wie Öl zu werden und steigert unsere Selbstbestimmtheit in der Energieproduktion", so Kongress-Mitglied Mark Udall aus Colorado.




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