RWE und E.on investieren in Windkraft – im Ausland

Erst haben die großen deutschen Energieversorger die Erneuerbaren Energien verlacht, dann vernachlässigt und jetzt gehen sie mit Milliarden-Investitionen für Windkraft ins Ausland.
Kategorie:
24.07.2008

Als Grund wird immer wieder angeführt, dass in Deutschland „allmählich zu wenig geeignete Flächen  für zusätzliche Windräder“ vorhanden seien. Das ist falsch.

In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen, aber auch in Nordrhein-Westfalen, werden von den konservativen Regierungen immer höhere Hürden für Windanlagen aufgestellt. Windkraft wird vor allem in den genannten Bundesländern seit Jahren politisch ausgebremst. Die Atomlobby lässt grüßen.

Nicht fehlender Wind, sondern fehlender politischer Mut gegenüber der Atomlobby ist das Problem. Dass es auch anders geht, beweist das Bundesland Sachsen-Anhalt, ebenfalls unter einem CDU-Ministerpräsidenten. In Sachsen-Anhalt werden 2008 über 36% des Stroms über Windkraft gewonnen, in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Hessen im Schnitt zwei Prozent.

In Süddeutschland müssen Windräder meist nur 20 Meter höher gebaut werden als in Küstenländern, um dieselbe Windernte wie dort zu erreichen. In Süddeutschland werden Windräder aber zunehmend mit schieren politischen Willkürmaßnahmen verhindert.

Der RWE-Konzern, der bis 2012 fünf Milliarden Euro in Erneuerbare Energien investiert, davon 70 % in Windkraft, ist hauptsächlich im Ausland aktiv. Fritz Vahrenholt, Chef der Konzerntochter RWE Innogy, hat soeben den Einstieg in den italienischen Windmarkt bekanntgegeben und die Übernahme von 12 Windparks in Spanien und Tschechien angekündigt.

E.on steigt beim britischen Windkraftprojekt London Array ein. London Array plant mit einem 1-000-Megawatt- Windpark das größte Offshore-Windprojekt der Welt.

Die deutsche Bedenkenträger- und Verhinderungs-Mentalität bei der Neuinstallierung von Windrädern hat 2007 zu einem Rückgang um 25 % gegenüber dem Vorjahr geführt.  Im Gegensatz dazu expandierte der Weltmarkt um 30 %. China und die USA wollen Deutschland als Noch- Windweltmeister bald überholen.
Quelle:
Franz Alt 2008




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