Das Märchen von der deutschen Stromlücke

Schon vor 35 Jahren hatten die Atomfreunde in Deutschland vor einer Stromlücke gewarnt, falls keine Atomkraftwerke gebaut würden.
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17.08.2008

Der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Hans Filbinger, prophezeite: „Ohne das AKW in Whyl gehen in Baden-Württemberg die Lichter aus.“ Whyl wurde nicht gebaut, aber in Baden-Württemberg  blieb keine einzige Lampe dunkel.

Auch heute verbreiten die Atombefürworter wieder das Märchen von der Stromlücke, wenn der Atomausstieg vollzogen werde. Aber zurzeit laufen allein drei deutsche AKWs ausschließlich für den Stromexport. Im Sommer 2007 waren sogar sechs AKWs gleichzeitig aus Sicherheitsgründen stillgelegt, aber es gab keinen Strommangel in Deutschland. Hinzu kommt, dass 2008 hierzulande wahrscheinlich erstmals über 100 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom erzeugt werden und es werden von Jahr zu Jahr mehr. 2007 waren es noch 87,5 Milliarden.

Wahrscheinlich wird Deutschland in diesem Jahr über 25 Milliarden Kilowattstunden Strom ins Ausland exportieren. Eine Stromlücke sieht anders aus.

Die positive Stromexportbilanz verdanken wir hauptsächlich dem zunehmenden Ausbau der Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren. Je rascher die AKWs abgeschaltet werden, desto schneller werden die Erneuerbaren Energien wachsen können.

2007 produzierte Deutschland 14% seines Stroms erneuerbar. 2008 werden es voraussichtlich schon16 % sein, schätzt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Schon in wenigen Jahren kann in Deutschland mehr Ökostrom als Atomstrom produziert werden, wenn der politische Wille dafür vorhanden ist.
Quelle:
TAZ | Bernward Janzing | 15.08.08
Sonnenseite 2008




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