In Georgien geht es um Öl und Gas

Nicht nur im Irak und im Sudan geht es um Öl, sondern auch im Bürgerkrieg in Nigeria und im Krieg in Georgien. Der Westen will hier Öl und Gas von Baku zum Mittelmeer transportieren – an Russland vorbei.
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21.09.2008

„Das Einzige, was mich im Kaukasus interessiert, ist die Bahnlinie, die Öl von Baku nach Batumi transportiert. Ob sich die Einheimischen gegenseitig die Köpfe einschlagen, interessiert mich nicht“, sagte der britische Außenminister Lord Balfour 1918. An dieser brutalen Ölpolitik hat sich seither nichts  geändert.

Zwischen dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer liegen etwa 4 % der weltweiten Öl- und 6 % der weltweiten Gasreserven. Georgien hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Transitland für Erdöl und Gas entwickelt. Die westlichen Energiekonzerne wie BP und Chevron haben vor zwei Jahren eine Riesenpipeline vom aserbaidschanischen Baku ins türkische Ceyhan am Mittelmeer eröffnet – vorbei am russischen Herrschaftsbereich.

Frieden in Georgien? Nur der Endkampf um Öl und Gas erklärt, warum die USA seit Jahren Georgien mit Waffen unterstützen, die NATO Georgien als Mitglied haben möchte, aber Russland unbedingt seinen Einfluss auf Georgien über Südossetien und Abchasien behalten will. Jetzt ist der lange geplante Bau einer Gasleitung von Baku nach Ceyhan entlang der Ölpipeline erst einmal aufgeschoben worden.

Frieden in Georgien und auf der Welt wird es erst geben, wenn alle Nationen den 100%-igen Umstieg auf Erneuerbare Energien geschafft haben. Die zentrale politische Frage des 21. Jahrhunderts heißt: Krieg um Öl oder Frieden mit der Sonne?
Quelle:
Sonnenseite 2008
Publik-Forum 12.09.2008




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