Umweltschutz birgt Wettbewerbschancen

Konzerne bemängeln Regulierung in der Klimaschutzpolitik.
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26.09.2008

Umweltfreundliche Unternehmen genießen langfristig Wettbewerbsvorteile. Zwar führen die Herausforderungen des Klimawandels Risiken mit sich, können verantwortungsvollen Konzernen jedoch auch Marktchancen eröffnen, wie das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) im Rahmen des Carbon Disclosure Projects 2008 (CDP) aufzeigt. Derzeit würden die Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich klimaneutraler oder umweltfreundlicher Produkte noch keine entscheidende, aber eine immer bedeutendere Rolle spielen. So würden neue Produkte und Konzepte zum Umweltschutz in verschiedenen Branchen längerfristig zu Wettbewerbsvorteilen führen. Die Mehrheit der 500 umsatzstärksten Konzerne (Global 500) kritisiert unterdessen die mangelnden Regeln für den Klimaschutz.

"Das wachsende Engagement der Unternehmen ist angesichts der Unsicherheit über die Ausrichtung der globalen Klimapolitik bemerkenswert. Doch wären schnellere Fortschritte möglich", meint Michael Werner, Leiter Sustainable Business Solutions im Bereich Assurance bei PwC Deutschland. Strategische Entscheidungen würden vonseiten der Kapitalgesellschaften in vielen Fällen verschoben, da sich künftige Emissionsauflagen undurchsichtig gestalten und nicht abzusehen seien. Dies nehme jedoch Einfluss auf die Rendite von Klimaschutzinvestitionen. "Fast 80 Prozent der am CDP teilnehmenden Unternehmen bewerten die Frage der Regulierung als maßgeblichen Unsicherheitsfaktor", so Werner. Das CDP ist eine Gemeinschaftsinitiative von 385 global tätigen institutionellen Investoren mit einem Anlagevermögen von über 57 Bio. Dollar.

Die Unternehmen selbst hätten bereits erkannt, dass der Klimawandel nicht mehr als rein politisch relevantes Thema, sondern auch als wettbewerbsrelevanter Faktor für die zukünftige strategische Ausrichtung und die Geschäftspolitik des Unternehmens an Bedeutung gewinnt. Deutsche Konzerne wie BASF oder Bayer verhalten sich beim Thema Klimaschutz vorbildlich und sind branchenführend, wie PwC attestiert. Energieversorger wie RWE oder E.ON sowie Finanzdienstleister wie die Münchener Rückversicherung oder die Allianz gehören ebenso zu den führenden Unternehmen wie Siemens oder die Deutsche Post. Verbessert hätten sich auch US-Konzerne, die sich vermehrt mit Themen wie Klimawandel und Emissionsreduzierung auseinandersetzen. "Offensichtlich bereiten sich viele Unternehmen auf die Einführung strengerer Klimaschutzauflagen nach der anstehenden US-Präsidentschaftswahl vor", sagt Werner.




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