Das reale Restrisiko der Atomenergie

In Deutschland laufen noch 17 Atomkraftwerke - das sind 17 mgliche Einladungen an Terroristen. Darber wird seit langem diskutiert. Aber die Gefahr durch Terroristen ist nur eine von mehreren. Eine wissenschaftliche Studie hat soeben bewiesen, dass die angeblich so sicheren deutschen Atomkraftwerke ein Zusatzrisiko fr Kinder in sich bergen.
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21.12.2007

Die Studie belegt, dass Kinder umso mehr krebsgefährdet sind, je näher sie an einem AKW wohnen. Dieser Befund deckt sich mit einer 20 Jahre alten Studie aus England. Danach ist die Krebsrate bei Kindern, die in der Nähe der Atomanlage Sellafield leben, 10-mal höher als im Landesdurchschnitt. In Sellafield hatte es vor 50 Jahren einen schweren Atomunfall gegeben, die die englische Regierung 30 Jahre der Öffentlichkeit verschwiegen hatte.
 
In der ganzen Welt werden und wurden die Gefahren der Atomenergie vertuscht, verharmlost und verdrängt - nicht nur beim Supergau in Tschernobyl vor 21 Jahren.
 
Der deutsch-schwedische Atomkraftbetreiber Vattenfall musste sich wegen seiner Tricksereien und Lügen nach einer Pannenserie im letzten Sommer bei der Öffentlichkeit entschuldigen und Vorstände entlassen.
 
Ein absolut sicheres Atomkraftwerk gibt es nirgendwo auf der Welt - auch nicht in Deutschland. Das atomare "Restrisiko" ist  jenes Risiko, das uns jeden Tag "den Rest" geben kann. Deshalb heißt es ja auch Restrisiko.
 
Um davon abzulenken lässt sich die deutsche Atomlobby viel Propagandistisches einfallen und bringt es in teuren Anzeigen unter das Volk.
 
Zwei Argumente für die Atomenergie werden zurzeit besonders gerne propagiert:
  • AKWs arbeiten CO2-frei und
  • auf der ganzen Welt gebe es eine "Renaissance der Atomkraft". 
     
Also: Um das Klima zu schützen und um international bestehen zu können, bräuchten wir auch in Zukunft Atomkraftwerke.
 
Zu den Fakten: Richtig ist, dass durch AKWs weniger Treibhausgase entstehen als bei Öl, Kohle oder Gas.
 
Aber: Auch Uran als Treibstoff für Atomkraftwerke geht in den nächsten Jahrzehnten zu Ende so wie Kohle, Gas und Öl. Warum also noch in Auslaufmodelle investieren, wenn den erneuerbaren Energien ohnehin die Zukunft gehört? Hinzu kommt, dass weltweit noch kein einziges Endlager für Atommüll gebaut werden konnte. Wir wissen nur, dass der Müll über 100.000 Jahre strahlt.
 
Die Fakten zur angeblichen "Renaissance der Atomenergie": In den letzten sieben Jahren mussten weltweit sieben Atomreaktoren vom Netz und nur drei wurden neu gebaut. Und das häufig gehörte Argument: "Aber die Chinesen bauen doch so viele Atomkraftwerke"?
 
Dazu fragte ich in Peking den chinesischen Umweltminister. Seine Antwort: "Zur Zeit gewinnen wir ein Prozent unseres Stroms aus Atomkraft." Deutschland produziert 2007 über 27 Prozent Atomstrom!
 
Bundespräsident Horst Köhler: "Ich kenne weltweit keinen einzigen seriösen Wissenschaftler, der behauptet, das Klimaproblem sei durch Atomkraft zu lösen." Allerdings behaupten dies noch immer einige unseriöse deutsche Politiker – vor allem Ministerpräsidenten der CDU und CSU.
 
Die eingangs zitierte Studie über die Krebsgefahr für Kinder in der Nähe von Atomkraftwerken sollte ihnen zu denken geben. Politiker werden gewählt, um Gefahren vom Volk abzuwenden. Wenn sie diesen obersten Auftrag nicht erfüllen, müssen die Wähler das Problem entscheiden. Die Sprache des Stimmzettels ist die einzige, die Politiker sofort verstehen.
 
Die Bali-Konferenz hat noch einmal bestätigt: Die Zukunft gehört weder Kohle noch Atom, sondern den Erneuerbaren - je schneller desto besser. 
Quelle:
Franz Alt 2007




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