Deutsche Bank veröffentlicht Studie zum Klimawandel

Konjunkturbelebung möglich durch Investitionen in "grüne" Infrastruktur und erneuerbare Energien.
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31.10.2008

Die Deutsche Bank Asset Management (DeAM) hat soeben eine Forschungsarbeit publiziert, die zu der Erkenntnis gelangt, dass trotz der aktuellen Rückschläge auf den Finanzmärkten die zunehmende globale Erwärmung die Regierungen zu größeren Investitionen zur Begrenzung des Klimawandels und für die Anpassung daran zwingen wird.

 

"Investieren in den Klimawandel 2009 - Notwendigkeit und Chancen in turbulenten Zeiten" - verfasst vom globalen Researchteam "Klimawandelinvestitionen" der DeAM - bietet einen detaillierten analytischen Überblick zum Verständnis der Investitionsmöglichkeiten in den Klimawandel. Die Untersuchungen besagen, dass der wirtschaftliche Abschwung allen Regierungen der Industrienationen weltweit eine gute Möglichkeit bietet, die Ausgaben für "grüne" Infrastruktur als Antrieb zur Vermeidung einer schwerwiegenden Rezession zu steigern.

 

Mark Fulton, Leiter des Researchs zum Thema Klimawandelinvestitionen bei der DeAM: "Die gegenwärtige Krise macht aus der Notwendigkeit den Klimawandel zu bekämpfen eine Gelegenheit, um Wachstum durch Investitionsmöglichkeiten zu fördern." Er fügte hinzu: "Die Förderung von Investitionen in erneuerbare Energien steht im Vordergrund. Energieeffizienztechnologien sind höchst wünschenswert in Zeiten in denen die Konjunktur von einer Rezession bedroht wird. Infrastrukturanreize können direkt an klimasensible Sektoren wie Energieversorgungsnetze, Wasser, Gebäude und öffentlichen Verkehr gebunden sein - diese stellen ein riesiges Segment für die Entwicklung neuer Technologien und Arbeitsplätze dar. Die Regierungen haben eine historische Gelegenheit vor Augen - die "Klimabeständigkeit ihrer Wirtschaft" zu gewährleisten - durch die Erneuerung der Infrastruktur als wichtigste Gegenmaßnahme zu jedem wirtschaftlichen Abschwung."

 

Die Untersuchung belegt, dass sich die Debatte rund um die Klimaveränderung verschiebt: Die Kosten und Risiken rücken in den Hintergrund der Frage, wie man an den Gelegenheiten partizipieren kann. Die Klimawandelsegmente sind extrem gut geeignet sowohl für die öffentlichen Kapitalmärkte als auch speziell für private Märkte (z.B. Venture Capital, Private Equity, Infrastruktur und Holzverarbeitung).  Kevin Parker, Leiter des weltweiten Asset-Management-Bereichs der Deutschen Bank und Mitglied des Group Executive Committee der Deutschen Bank, erklärt hierzu, dass dies nicht die Zeit für Regierungen sei, sich aufgrund des aktuell schwierigen Marktumfeldes vom Klimawandel abzuwenden. Parker merkt an, dass neueste wissenschaftliche Studien ergeben haben, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre den Höchststand der vergangenen 800.000 Jahre erreicht hat und die globale Erwärmung sich somit möglicherweise nur wenige Jahre von einem Punkt ohne Umkehr befindet. Eine sofortige Reaktion sei notwendig. Um Anreize für die Investition von privatem Kapital in Technologien zur Linderung oder Anpassung an den Klimawandel zu schaffen, müssten die Regierungen vorteilhafte regulative Rahmenbedingungen entwickeln - insbesondere einen globalen CO2-Preis.

 

Parker fügt hinzu: "Das Ziel muss die Schaffung eines transparenten, langfristigen gesetzlichen Regelwerks zur akkuraten Preisbildung von CO2 und zur Förderung der Entwicklung von Alternativen sein. Sofern Regierungen die Notwendigkeit zur Errichtung des angemessenen regulativen Umfeldes erkennen, werden Investoren die Möglichkeiten verstehen und sich am Markt engagieren. Trotz der Ernsthaftigkeit der aktuellen Finanzkrise kann diese dennoch überwunden werden und sollte daher nicht als Entschuldigung zur Untätigkeit dienen."

 

 

Teil I untersucht den Investitionshorizont des Klimawandels.

Teil II untersucht das Zusammenspiel der Regulierung mit der zugrundeliegenden Dynamik von Technologiekosten und Energiepreisen.   





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