Energieverbrauch der Industrie kann bis 2010 um rund 17% verringert werden

Lösungen und Innovationen auf dem Energieforum Ostwestfalen-Lippe 2008.
Kategorie:
03.11.2008

Finanzkrise, Fachkräftemangel und steigende Energiepreise halten die Wirtschaft derzeit in Atem. Während den Turbulenzen an den Finanzmärkten und den Ausbildungsmängeln wohl nur langfristig beizukommen ist, stehen mittelständischen Unternehmen schon heute wirksame Technologien und Dienstleistungen zur Verfügung, ihren Energiebedarf in kurzer Zeit drastisch zu verringern. "Im Industriesektor kann bis 2010 der Energieverbrauch um rund 17% verringert werden" sagt Europaparlamentarierin Mechtild Rothe (SPD), die dort auch Mitglied des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie ist. Wie die EU Industrie und Gewerbe dabei unterstützt dieses Ziel zu erreichen, können Interessierte aus der Branche auf dem europäischen Kongress Energieforum Ostwestfalen-Lippe 2008 erfahren. Mechtild Rothe ist eine von 50 Expertinnen und Experten, die im Messezentrum Bad Salzuflen vom 5. bis 7. November mit Entwicklern und Anwendern über politische Rahmenbedingungen, Marktstrategien und technische Innovationen von Effizienztechnologien diskutieren werden.

 

Das Thema Energieeffizienz noch stärker in den Mittelpunkt rücken will auch der Veranstalter Energie Impuls OWL, ein Netzwerk aus über 100 Unternehmen mit Sitz in Bielefeld, welches seit 2001 die Entwicklung von Energie-Kompetenz forciert und Anwender, Hersteller und Entwickler vereint. "Durch das Zusammenspiel von Energieanwendern, Komponentenherstellern und Dienstleistern haben wir eine hervorragende Kompetenz bei der Optimierung industrieller Prozesse in unserer mittelständisch geprägten Region. Das sollten wir nutzen, um bei modernen Energiekomponenten und -dienstleistungen ganz vorne mitzuspielen", erläutert Klaus Meyer, Geschäftsführer von Energie Impuls OWL, die Strategie.

 

Dabei unterhält Energie Impuls OWL auch Unterstützung aus Brüssel. "Der Aufbau einer wirklich nachhaltigen und effizienten Energieversorgung in Europa ist nur durch eine starke Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft möglich. Genau solche Prozesse werden beispielsweise durch das Programm "Intelligente Energie - Europa" unterstützt, das Kongresse wie das Energieforum Ostwestfalen-Lippe 2008 fördert und damit einen umfassenden Austausch ermöglicht". Neben Mechtild Rothe werden zur Kongresseröffnung auch NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben, Stephan Kohler, Leiter der Deutschen Energieagentur (dena), Prof. Dr. Gerhard Berz von der LMU München und ehemals Leiter der GeoRisikoForschung der Münchener Rückversicherungsgesellschaft sowie Patrick Lambert, Direktor der Executive Agency for Competetiveness and Innovation der Europäischen Kommission, auf dem Podium sprechen. Am zweiten Kongresstag finden insgesamt zwölf Workshops zu den Themen Energiedaten, Antriebe, Investitionsstrategien, Klimatechnik, Dezentrale Erzeugung, Gebäudeeffizienz, Marktstrategien, Gebäudemanagement, Erneuerbare Energien, Mitarbeiterkompetenz, Wirtschaftlichkeit oder Marketing statt. Ostwestfalen-Lippe wird damit für drei Tage zur europäischen Drehscheibe für das Thema industrielle Energieeffizienz.

 

Auch der Vorwurf, Energieeffizienz spiele in Europa nur eine untergeordnete Rolle, solange Schwellenländer wie China und Indien überhaupt keinen Beitrag dazu leisten, greift laut Rothe zu kurz. "Es kann nicht sein, dass die Verschwendung endlicher konventioneller Energiequellen mit dem Argument gerechtfertigt wird, dass andere Länder ebenfalls Energie verschwenden. Im Gegenteil, es hat sich bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass EU Maßnahmen einen globalen Vorbildcharakter haben". Darüber hinaus gehört den Unternehmen, die heute in Effizienztechnologien investieren, zweifellos die Zukunft, denn auch in den Schwellenländern steigen die Energiepreise und lassen einen gigantischen Markt für Effizienztechnologien entstehen. Auf dem Energieforum Ostwestfalen-Lippe 2008 wird zum Beispiel der Bochumer Architekt Dietmar Riecks davon berichten, wie er für die Bayer AG ein Nullemissionsgebäude in Neu Delhi errichtet hat.

 

Die Veranstalter Energie Impuls OWL und die IHKn Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe zu Detmold rechnen mit über 5.000 Fachbesuchern auf den parallel stattfinden Messen EnergieArena und Forum Maschinenbau, allein für den Kongress wird mit 400 Energieinteressierten aus der Industrie gerechnet. Die Kongresspartnerschaft haben die Stadtwerke Bielefeld, E.ON Westfalen Weser, der VDI-OWL und das Unternehmen InnoDämm aus Paderborn übernommen. Weitere Unterstützer der Veranstaltung sind die Deutsche Energieagentur (dena), Lenze, MSF-Vathauer Antriebstechnik, Rittal, Siemens, Stadtwerke Detmold, TÜV Nord, Volksbank Detmold - Paderborn - Höxter und Weidmüller.





« zurück

Drucken Seite drucken