Wir leben über unsere Verhältnisse

Seit 30 Jahren gibt es internationale Umwelt- und Klimaschutzkonferenzen. Aber der Umwelt und dem Klima geht es immer schlechter. Wir Menschen in den Industriestaaten leben über unsere Verhältnisse.
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05.11.2008

Deshalb sterben jeden Tag 150 Tier-und Pflanzenarten aus. Deshalb gibt es jeden Tag 30.000 Hektar Wüsten mehr. Deshalb verlieren wir jeden Tag 86 Millionen Tonnen fruchtbaren Boden und werden zugleich jeden Tag eine viertel Million Menschen mehr. Und jeden Tag blasen wir 100 Millionen Tonnen Treibhausgase in die Luft. Das kann unser blauer Planet auf Dauer nicht aushalten.

 

In dieser Woche hat der „Weltzustandsbericht“ der Umweltschutzorganisation WWF die Öffentlichkeit aufgeschreckt. Ergebnis der Studie: „Eine Erde reicht uns nicht mehr.“ Aber eine zweite haben wir nicht.

 

Der „Living Planet Report 2008“ beschreibt die Ausbeutung der Erde. Wen  der Verbrauch der natürlichen Ressourcen so weiter geht, dann bräuchten wir schon ab 2035 mindestens  zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung, Energie und Flächen zu decken. Die Ausbreitung der Wüsten, die dramatisch steigende Entwaldung, die Überfischung der Meere bedrohen immer mehr Arten und  verknappen die Wasserreserven. Der WWF-Direktor Christoph Heinrich prophezeit: „Die ökologische Krise wird uns ökonomisch um ein Vielfaches härter treffen als die aktuelle Finanzkrise und früher oder später die Entwicklung aller Nationen gefährden.“

 

Was können wir tun?

Der WWF schlägt vor, dass Industrie, Gebäude und Fahrzeuge energieeffizienter gestaltet und auf Erneuerbare Energie umgestellt werden. Häuser müssen besser gedämmt werden. Der Bau von Zwei- oder Ein-Liter-Autos ist schon lange möglich und Hybrid-Autos kann jeder kaufen. Keiner muss frieren, aber alle müssen die zu Ende gehenden Ressourcen klüger nutzen. Der Bundespräsident hat soeben eine „industrielle Revolution durch Erneuerbare Energien und Energieeffizienz“ gefordert. Das wäre eine Riesenchance für unser Land.

 

2009 tritt in Deutschland das Erneuerbare Energie-Wärme-Gesetz in Kraft. Das heißt: Alle Neubauten  müssen sich zum Teil mit Erneuerbarer Energie versorgen. Sonnenergie gibt es unendlich. Die Sonne schickt uns jeden Augenblick 15.000mal mehr Energie auf die Erde als zurzeit alle Menschen verbrauchen. Hinzu kommen Windkraft, Wasserkraft, Bioenergie und Erdwärme.

 

Das heißt: Eigentlich gibt es gar kein Energieproblem, sondern nur falsches Energieverhalten. Aber dieses können und müssen wir ändern.

Quelle:

© Franz Alt 2008





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