Widerstand gegen neue Kohlekraftwerke wchst

Immer mehr Brger in immer mehr Kommunen widersetzen sich der geplanten Kohlepolitik.
Kategorie:
10.10.2007

„Es kann nicht sein, dass die Vertreter der Bundesregierung in aller Welt Forderungen zum Klimaschutz stellen, und dann passiert hier so etwas“,  rief die Landrätin von Rügen, Kerstin Kassner (Die Linke), letzte Woche unter dem Beifall von 350 Demonstranten. Ihr Protest galt dem in Lubmin an der Ostsee geplanten Kohlekraftwerk. Schon zuvor hatten 6.600 Menschen schriftliche Einwendungen formuliert.

Der zunehmend erfolgreiche Widerstand gegen zurzeit 27 geplante Kohlekraftwerke wächst deutschlandweit. Vor 14 Tagen hat die Stadt Krefeld endgültig beschlossen, auf ihrem Gebiet kein Kohlekraftwerk zu genehmigen, für das sich zuvor ausgerechnet Umweltminister Gabriel stark gemacht hatte. Deshalb war die Krefelder SPD dafür, scheiterte aber am gemeinsamen Widerstand von CDU und Grünen. Im saarländischen Ensdorf haben die Bürger in einem Volksentscheid das schon genehmigte Kohlkraftwerk gestoppt. In Köln, Bremen, Querscheid und Bielefeld hatten die potentiellen Betreiber nach heftigen Protesten ihre Pläne wieder zurückgezogen.

Deshalb hoffen jetzt auch die Bürger von Lubmin, dass sie mit ihren massiven Protesten  Erfolg haben werden. Neben den CO2-Emissionen würde in ihrer Stadt die Quecksilber-Belastung auf das 17-fache steigen, sagt ein Gutachten der Bürgerbewegung gegen die Kohlekraft.

Nach den Anfangserfolgen gegen die neuen Kraftwerke hoffen jetzt die Widerständler in ganz Deutschland auf Erfolg und Einsicht der politisch Verantwortlichen. Klimaschutzpolitik und neue Kohlkraftwerke, die dann bis zu 40 Jahre lang das Klima belasten würden, passen einfach nicht zusammen. Diese Bürgermeinung wird die Politik jetzt überall berücksichtigen müssen.

Die Alternative heißt: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz statt Kohle. Und zwar überall!
Quelle:
TAZ 19.12.2007
Sonnenseite 2007




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